Forschungsprojekt

Glas ist ein radikal interdisziplinäres Forschungsprojekt und beruht auf der Kooperation zwischen der Justus-Liebig-Universität Gießen und der TU Bergakademie Freiberg. Gleichberechtigter Kooperationspartner ist das Schloßmuseum Arnstadt in Thüringen. Im Zentrum des Projekts steht die Erforschung von historischen Glasobjekten, die zwischen 1600 und 1800 auf dem Gebiet der Grafen bzw. Fürsten von Schwarzburg in Thüringen hergestellt, gehandelt, gekauft und genutzt wurden. Glas führt einen produktiven Trialog zwischen Geisteswissenschaften, Museum und Naturwissenschaften.

Aktuelles

24.-25. September 2021: Sitzung des FA V der HVG-DGG

Projektbezogene Vorträge von Anna-Victoria Bognár, Torsten Dos Santos Arnold, Judith Thomann und Sabine Tiedtke auf der Herbstsitzung des Fachausschusses V: Glasgeschichte und Glasgestaltung der HVG-DGG im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg

26.-28. Juli 2021: Projekttreffen in Lauscha

Treffen der Projektteilnehmer in Lauscha: unter anderem Besichtigung ehemaliger Glashüttenstandorte, des Glasmuseums in Lauscha und des Europäischen Flakonglasmuseums in Kleintettau

Pressebericht über die Exkursion:

https://www.insuedthueringen.de/inhalt.interdisziplinaer-auf-der-glas-spur-in-museum-archiv-und-im-gelaende.8924dca4-8728-4b68-9ea0-fdb622e240a1.html

Vorschau

Methode & Material

Glas identifiziert, erschließt, fotografiert und dokumentiert historische Glasobjekte der musealen Bestände und ordnet sie nach formalen und stilistischen Kategorien. Die Objekte werden danach materialwissenschaftlich mit Hilfe eines UV-VIS-Spektrometers und eines Ramanspektrometers zerstörungsfrei auf ihre chemische Zusammensetzung hin analysiert. Zugleich erfolgt die Erforschung der Entstehungs- und Nutzungskontexte mit Hilfe archivalischer Quellen. Das Team steht in regelmäßigen Austausch, damit museologische, naturwissenschaftliche und kulturhistorische Ergebnisse sich in einem laufenden Prozess gegenseitig korrigieren.

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Typologie

Das Grundrezept von Glas bestand und besteht aus Sand, Kalk und Natron (Siliciumdioxid, Calciumoxid und Natriumoxid). Die unterschiedlichen Glasfarben entstanden in der Frühen Neuzeit durch die Verunreinigung der Basisstoffe oder die bewusste Beigabe von Metallen wie Eisen, Kupfer oder Gold. Alle Komponenten mussten beschafft und nach einer umfangreichen Vorbereitung (reinigen, zerkleinern, sieben) miteinander vermengt und bei 1600 Grad in Glashütten zu Glas geschmolzen werden.

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Team

Das Glas-Team besteht aus Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen, darunter Kulturgeschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Kunstgeschichte, Museologie, Wissens- und Sammlungsgeschichte (Schwerpunkt Frühe Neuzeit) einerseits sowie Materialkunde und Materialwissenschaften andererseits. Alle Projektmitglieder haben sowohl akademische als auch museale Berufserfahrungen. Glas arbeitet unter der Gesamtleitung von Annette C. Cremer (JLU Gießen).

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