Forschungsprojekt

Glas ist ein radikal interdisziplinäres Forschungsprojekt und beruht auf der Kooperation zwischen der Justus-Liebig-Universität Gießen und der TU Bergakademie Freiberg. Gleichberechtigter Kooperationspartner ist das Schloßmuseum Arnstadt in Thüringen. Im Zentrum des Projekts steht die Erforschung von historischen Glasobjekten, die zwischen 1600 und 1800 auf dem Gebiet der Grafen bzw. Fürsten von Schwarzburg in Thüringen hergestellt, gehandelt, gekauft und genutzt wurden. Glas führt einen produktiven Trialog zwischen Geisteswissenschaften, Museum und Naturwissenschaften.

Aktuelles

27. März - 20. November 2022: Vier Ausstellungen "Das Glas der Schwarzburger" in den Museen des Schwarzburger Museumsverbunds

Die Ausstellung präsentiert an den vier Standorten Glasobjekte aus dem ehemaligen Besitz der Grafen und Fürsten von Schwarzburg sowie Grabungsfunde unter verschiedenen Aspekten der Zusammensetzung, Herstellung, Veredelung, Nutzung und Bedeutung. Das Glas der Schwarzburger ist das Ergebnis der Forschungen des Verbundprojekts »Glas in Thüringen zwischen 1600 und 1800« (Justus-Liebig-Universität Gießen, Kulturbetrieb der Stadt Arnstadt und TU Bergakademie Freiberg) und entstand in Kooperation mit dem Schwarzburger Museumsverbund. Die Ausstellung besteht aus vier Teilen, die an den vier Orten und als digitale Ausstellung besucht werden kann.

13. Mai - 20. November 2022: Ausstellung "Das Glas der Schwarzburger" im Schlossmuseum Arnstadt

Der Fokus der Ausstellung in Arnstadt liegt auf höfischen Luxusobjekten. Dazu zählen die erstaunliche Zitrone aus venezianischem Glas, geschnittene und geschliffene Pokale, Spiegel und Kronleuchter. Eine Besonderheit stellen die Glasminiaturen der Puppenstadt Mon plaisir dar. Ein zweiter Themenschwerpunkt liegt auf frühneuzeitlichem Laborglas.

Vorschau

Methode & Material

Glas identifiziert, erschließt, fotografiert und dokumentiert historische Glasobjekte der musealen Bestände und ordnet sie nach formalen und stilistischen Kategorien. Die Objekte werden danach materialwissenschaftlich mit Hilfe eines UV-VIS-Spektrometers und eines Ramanspektrometers zerstörungsfrei auf ihre chemische Zusammensetzung hin analysiert. Zugleich erfolgt die Erforschung der Entstehungs- und Nutzungskontexte mit Hilfe archivalischer Quellen. Das Team steht in regelmäßigen Austausch, damit museologische, naturwissenschaftliche und kulturhistorische Ergebnisse sich in einem laufenden Prozess gegenseitig korrigieren.

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Typologie

Das Grundrezept von Glas bestand und besteht aus Sand, Kalk und Natron (Siliciumdioxid, Calciumoxid und Natriumoxid). Die unterschiedlichen Glasfarben entstanden in der Frühen Neuzeit durch die Verunreinigung der Basisstoffe oder die bewusste Beigabe von Metallen wie Eisen, Kupfer oder Gold. Alle Komponenten mussten beschafft und nach einer umfangreichen Vorbereitung (reinigen, zerkleinern, sieben) miteinander vermengt und bei 1600 Grad in Glashütten zu Glas geschmolzen werden.

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Team

Das Glas-Team besteht aus Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen, darunter Kulturgeschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Kunstgeschichte, Museologie, Wissens- und Sammlungsgeschichte (Schwerpunkt Frühe Neuzeit) einerseits sowie Materialkunde und Materialwissenschaften andererseits. Alle Projektmitglieder haben sowohl akademische als auch museale Berufserfahrungen. Glas arbeitet unter der Gesamtleitung von Annette C. Cremer (JLU Gießen).

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