Pelikan

Destillationsgefäß, das ohne Feuer auskommt; Speziell geblasenes Gefäß, dessen Form an den namensgebenden Vogel Pelikan erinnern soll. Der Legende nach hat sich der Vogel mit dem Schnabel die Brustfedern ausgezupft und mit den dabei entstehenden Blutstropfen seine Jungen ernährt. In diesen Tropfen liegt das Prinzip des Glasgefäßes. Der Pelikan kann mit einer fertigen galenischen Tinktur, einem unfertigen Pflanzenansatz oder mit jeder anderen Flüssigkeit befüllt werden deren Wirkung exaltiert, also erregt und erhöht, werden soll. Der befüllte Pelikan kann an einem zimmerwarmen Ort aufgestellt werden. Dessen Inhalt verdampft, kondensiert langsam, fließt wieder zurück, verdampft wieder usw. Durch diese gelinde zirkulierende Verdampfung wird die „geistartige Kraft“ in der Ausgangssubstanz zunehmend von der Erdverhaftung gelöst und liegt dann in subtilerer Form in der Tinktur vor. Die Zirkulation in diesem Glasbehältnis erhöht die durchdringende Qualität galenischer Tinkturen.

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