Glaskrankheit

"Die Glaskrankheit ist ein [für Menschen und andere Gläser] (nicht ansteckender) chemischer Prozeß, der auf ein falsches [ungünstiges] Mischungsverhältnis zwischen Kieselsäure du Alkalien zurückzuführen ist. Um das Glas weicher und damit geeigneter für die anspruchsvollen und schwierigen Glasschnitte [und Glaschnitte?] des 17. und 18. Jahrhunderts zu machen, vergrößerte man den Anteil an Alkalien, was im Laufe der Zeit zu kristalliner Ausscheidung führt. Das befallene Glas zeigt feine Haarrisse und eine Trübung, die sich allmählich verstärkt [und als schmierig-stumpfer Film ertastbar ist]. Die Oberfläche blättert in kleinen Schuppen ab. Temperaturschwankungen fördern den Zerfall. Besonders betroffen sind Gläser aus Nürnberg, Brandenburg, Hessen und Lauenstein [Schlesien, Böhmen?]. Dort hatte man, um ein möglichst klares Glas zu erhalten, der Pottasche beim Reinigen auch die nützlichen festigenden Oxide entzogen, und die sehr reinen Sande konnten den Mangel nicht ausgleichen. Zu heilen ist das Übel nicht. Es wird empfohlen, unbemalte Stücke kurz in ein Bad aus 5prozentiger Salpetersäure zu tauchen und sodann die Oberfläche mit reinem Metakrylüberzug zu versehen. Dadurch wird sie verfestigt. [fragliche Methode!] Kostbare Gläser müssen immer vor Temperaturschwankungen geschützt werden. Vor allem Feuchtigkeit und starke Sonne[neinstrahlung] schaden ihnen. Am besten bewahrt man sie in Vitrinen auf."

Zurück