Emailmalerei

Dekorationstechnik, bei der pulverisiertes farbiges Glas mit Terpentin oder einem anderen öligen Bindemittel gemischt und auf ein Trägerglas gemalt wurde. Anschließend wurde das Objekt im Muffelofen wieder erhitzt (auf 490-800° C, je nach Zusammensetzung und Bleianteil des Glassatzes [und Literatur]). Dabei verdampfte/verbrannte das Bindemittel und die Emailfarbe verband sich dauerhaft mit der Oberfläche. Es gab deckende und transluzide Farben; eine Sonderform war die Schwarzlotmalerei. Im 1. Jh. n. Chr. in Ägypten entwickelt, von dort ausgehend nach Osten und Norden verbreitet; im 15. Jh. in Venedig wieder aufgegriffen und von dort im Heiligen Römischen Reich seit Mitte des 16. Jhs. verbreitet. Blütezeit im 17. und 18. Jh., bis 19. Jh. weiter verwendet, besonders im Bayerischen Wald, Böhmen, Schlesien, Franken, Thüringen, Hessen, Sachsen und Brandenburg. Schon Waldglashütten hatten wahrscheinlich fest angestellte Emailmaler (Schack 77), später gab es Hofglasmaler. Typische Motive waren Wappen, Reichsadler, biblische Motive wie Apostel, Jagdszenen, Familie, Ochsenkopf, Halloren, Hofkellereimarken- und -wappen, Kartuschen auf Apothekengläsern, Zunft-, Innungs- und Berufsmotive, Porzellanmotivik auf Beinglas, anlassgebundene Motive wie Hochzeit, Geburt, Taufe, Umzug (auf Butzenscheiben), Portraits, Landschaften und Veduten.

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