Doppelwandglas

Doppelwandgläser bestehen aus zwei formgleichen, von denen das kleinere (Einschubglas) passgenau in das größere, äußere eingefügt wird. Ihr Dekor ist in kalter Technik aufgetragen. Diese hatte gegenüber der traditionellen Email- und Schwarzlotmalerei den Vorteil, dass die Farben und das Gold nicht eingebrannt zu werden brauchten, um sie haltbar zu machen. Außerdem konnte man Öl- und Lackfarben verwenden, welche die hohen Temperaturen im Brennofen nicht unbeschadet überstanden hätten. Der Auftrag von Gold und Kaltfarben konnte offenbar auf der Innenseite des Außenglases und auf der Außenseite des Einschubglases erfolgen. [Fehlende Informationen zur Kittung, zum Gebrauch und zur Reinigung, da Abb. von derartigen Gläsern existieren, die im Zwischenwandbereich eine Flüssigkeit aufweisen, die sich durch Blasen oder Bodensatz zeigt.] Sie wurden vorwiegend in Böhmen (und Schlesien?) im 18. Jh. hergestellt. Viele Doppelrandgläser haben eine außen sichtbare Marmorierung mit Kaltfarbe, eine innen sichtbare Vergoldung und / oder eine motivische Zwischenglasvergoldung aus radiertem Blattgold. Gelegentlich kommen auch farbige Malereien und Schwarzlotmalereien, Motive aus radierter Silberfolie und farbige Einschubgläser (s. Zwischengoldglas) vor. Eingesetzte Hinterglasmedaillons (Verweis) sind eine verwandte Technik und treten gelegentlich gleichzeitig auf.

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